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Ortsgruppe Betrieb & Gewerkschaft Wiesbaden:

Arbeitsgemeinschaft Betrieb & Gewerkschaft Wiesbaden:

Ansprechpartner:

Nina Schild, 0611 - 3602 4955, nina.schild@hotmail.de

Michael Leschnik, 0170 - 9381 998, leschnik.m@gmail.com

 

In der Arbeitsgemeinschaft Betrieb & Gewerkschaft organisieren sich Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter der LINKEN und parteilose Kolleginnen und Kollegen, die eine politische Plattform für sozialistische Betriebsarbeit und Gewerkschaftspolitik suchen.

DIE LINKE ist in Hessen besonders eng mit den Gewerkschaften verbunden. Auch in Wiesbaden sind zahlreiche Gewerkschafter, Betriebs- und Personalräte in der LINKEN organisiert. So treffen wir uns z.B. regelmäßig zum Austausch, veranstalten Kulturfahrten und organisieren unsere Auftritte am 1. Mai und betriebliche Aktionen.


 

Rechter Einfluss in Betrieb & Gewerkschaft

Diskussions- und Informationsabend mit Ulrike Eifler

Am 10. Januar 2019 veranstaltete die AG Betrieb und Gewerkschaft einen Informationsabend zum Thema “Rechter Einfluss in Betrieben und Gewerkschaften und unsere Strategie dagegen”. Als Referentin konnten wir Ulrike Eifler (4. von rechts im oberen Bild) gewinnen. Ulrike hat langjährige Gewerkschaftserfahrungen, war von 2012 bis 2013 Gewerkschaftssekretärin und ist seit 2014 Geschäftsführerin des Deutschen Gewerkschaftsbundes in der Region Südosthessen. Neben ihrer Gewerkschaftstätigkeit engagiert sie sich in der Partei für Arbeitnehmerpolitik. So ist sie aktuell im BundessprecherInnenrat der AG Betrieb und Gewerkschaft, sowie im Parteivorstand. In ihrer Expertise verbindet sie Gewerkschaftsalltag und Linkspolitik, was sie für den Informationsaustausch sehr wertvoll für uns machte.

 

In dem Vortrag, der in den inhaltlichen Teil des Abends einführte berichtete Ulrike zu den folgenden Herausforderungen im Umgang mit der organisierten Rechten im Bereich Arbeitnehmerbewegung und Gewerkschaftsarbeit:

Es zeigt sich, dass alte Strategien in der Auseinandersetzung nicht mehr ausreichen. Bewusste Demaskierung hat im Umgang mit der NPD und den REPs noch zu Einbußen in Wählerzahlen geführt. Bei der AfD zeigt sich, dass Demaskierung nicht mehr in diesem Maß schadet. Sie erreichten in den letzten Jahren trotzdem zweistellige Wahlergebnisse. Ebenso zeigt sich, dass Gegenmobilisierung und gebildete Argumentation, die an vielen Orten stattfindet, nicht den gleichen Effekt zeigt wie früher. Ulrike beschreibt eine politische Entwurzelung, die dafür verantwortlich sein könnte. Ein sinkendes Zugehörigkeitsgefühl zu den Inhalten und Strukturen der länger etablierten Parteien. Als möglichen Beginn und Mitauslöser dafür nennt sie die Umsetzung der Agenda 2010. Auch wenn sich die Gegebenheiten und die Wirksamkeit von Aktionen in den letzten Jahrzehnten geändert haben, bleibt es aber weiter besonders wichtig Gegenprotest und offene Demaskierung zu betreiben es scheint aber nötig zu sein neue Strategien zu entwickeln oder weiter zu stärken. Schwerpunktmäßig muss an der sozialen Krise und dem gesellschaftlichen Umbruch gearbeitet werden.

 

Die organisierte Rechte greift in den letzten Jahren gezielt die (linke) Arbeiterschaft an. Zu diesen Angriffen zählen Mahnwachen vor Gewerkschaftshäusern, teilweise mit Absperrungen und dem Aufruf “Gewerkschaftshäuser schließen!”, aber auch der gezielte Versuch den 1. Mai den Gewerkschaften zu entreißen. Es gab Äußerungen man müsse den Linken ihr Kronjuwel - die soziale Frage - abjagen.

Ulrike zieht Vergleiche zur Zeit des Nationalsozialismus. Im Faschismus wurden damals wie heute die Arbeiterbewegungen bekämpft. Arbeiterrechte wurden erheblich eingeschränkt. Der Kampf gegen den Faschismus ist nach Ulrike ein Klassenkampf bei dem die Arbeiterklasse und die Gewerkschaften eine Schlüsselrolle spielen. Methoden und Rhetorik der Ausgrenzung stoßen heute bei tief frustrierten Wählern auf offene Ohren. Der Ausgrenzung entgegen steht das Prinzip der Solidarität, welches aber ein starkes Gefühl von Zusammenhalt braucht. Es fehlt laut Ulrike derzeit an einem Selbstverständnis der Arbeiterklasse. Problematisch sieht sie dabei, dass es keinen linken Flügel in Gewerkschaften und Arbeiterbewegungen gibt. Um die Situation zu verbessern fordert sie, dass wir uns an die Seite der Gewerkschaften stellen und eine stärkere Debatte in der Partei führen.

 

In der anschließenden Diskussion wurden viele Punkte des Vortrags aufgegriffen und größtenteils mit eigenen Erfahrungsberichten bestätigt. Es zeichnete sich insgesamt ab, dass eine Stärkung der Arbeiterbewegungen, die Verstärkung des Selbstverständnisses der Arbeiterklasse und die Stärkung der arbeitspolitischen Themen in der Partei wichtige Aufgaben sind um der organisierten Rechten in Deutschland mehr entgegensetzen zu können.

 

Weitere Informationen:

Zehn Thesen für einen klaren Anti-AfD-Kurs der Gewerkschaften auf den Seiten der Bundes-AG B&G mit Aktionspapier (PDF)

https://www.betriebundgewerkschaft.de/zehn-thesen-fuer-einen-klaren-anti-afd-kurs-der-gewerkschaften/

https://www.betriebundgewerkschaft.de/wp-content/uploads/2018/11/BuG_AfD-Thesenpapier_FINAL-1.pdf

Veranstaltungshinweis

Rechter Einfluss in Betrieben und Gewerkschaften

Die AG B&G Wiesbaden veranstaltet am 10.01.2018 einen Informations- und Diskussionsabend zum Thema:

"Rechter Einfluss in Betrieben und Gewerkschaften und unsere Strategie dagegen"

 

Flagge zeigen vor der HSK

Gute Resonanz fanden Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Betrieb und Gewerkschaft (AG B&G) dieser Tage bei einer frühmorgendlichen Verteilaktion vor den Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken (HSK). Die Flyer enthielten neben einer kleinen süßen Aufmerksamkeit ein Dank an die Beschäftigten und Wertschätzung für ihre geleistete harte Arbeit im abgelaufenen Jahr und eine Einladung zur Vorführung des kritischen Films „Der marktgerechte Patient“. Das Echo war ganz überwiegend positiv.
Die erste Verteilaktion unserer Partei an dieser Stelle fand übrigens am 3. Oktober 2011 statt. Damals wehrten wir uns gegen Pläne von CDU und SPD in Wiesbaden zur Privatisierung der HSK. Wir prophezeiten negative Folgen für die Patienten und Beschäftigten, sobald ein privater, rein auf Profit orientierter Konzern das Regiment in der HSK übernimmt. Dass unsere Warnungen von damals mehr als begründet waren, hat ein Kollege bei der Flugblattverteilung mit seinen Worten bestätigt. Er sprach von Hungerlöhnen im Servicebereich der Klinik.
Für uns war die Verteilung motivierend und ein Hinweis darauf, dass wir gebraucht werden und noch öfter vor der HSK und auch in der Stadt Flagge zeigen müssen und werden. Wir kämpfen auch 2019 weiter für die Rücknahme der Privatisierung, die Rekommunalisierung unserer HSK und anständige, menschenwürdige Bedingungen für alle Beschäftigten und Patienten.
Hans-Gerd Öfinger

Kulturfahrt 2018: Großes Interesse an 200 Jahre Karl Marx

Am 14.Juli 2018 unternahm die AG B&G Wiesbaden ihre 4. Kulturfahrt, diesmal nach Trier, um dort u.a. die Landesausstellung zu 200 Jahre Karl Marx zu besichtigen.

Samstag früh um 7:00 Uhr trafen sich 20 Genoss*nnen und Gerwerkschafter*nnen am Bahnhof in Wiesbaden. Auch der Gewinner unseres Gewinnspiels vom 1.Mai war dabei. Das Wetter war wie unsere Laune, sehr gut. Die Fahrt durch das herrliche Mittelrheintal ließ Urlaubsgefühle aufkommen. Unterwegs gab es ein rustikales Frühstück mit Weck, Worscht und Rotwein. In Trier ging es zunächst zum Rheinischen Landesmuseum. Hier hatten wir eine Führung zum Thema „Karl Marx-Leben, Werk, Zeit“ gebucht.

Mit dem uns zugewiesenen Führer hatten wir ausgesprochenes Glück. Herr Schneider war unglaublich engagiert. Obwohl er einer anderen Partei angehört, spürten wir seine Begeisterung für das Leben und Werk von Karl Marx und sogar eine gewisse Sympathie für unsere Gruppe. Er hat so lebhaft und anschaulich über Karl Marx und seine Zeit berichtet, dass er darüber die Zeit vergessen hat. Uns war es keine Sekunde langweilig. Allerdings mussten wir uns dann richtig beeilen um zum Mittagessen in die Kartoffelkiste zu kommen. Nach dem Mittagessen ging es zur Stadtführung. An der Porta Nigra wartete Herr Schneider auf uns, um uns durch seine Stadt zu führen. Zuerst wollten wir natürlich das von China gestiftete und viel diskutierte Denkmal von Karl Marx sehen. Uns erschien die Größe des Denkmals der Bedeutung von Karl Marx genau angemessen, von wegen überdimensioniert! Zu einem Erinnerungsfoto hatten wir uns unter Karl mit gereckter Faust positioniert und kurz die „Internationale“ angestimmt. Das hat allerdings einem Trierer Bürger missfallen, der uns dann beschimpft hat. Herr Schneider hat ihn dann resolut in die Schranken gewiesen, guter Mann. Dann ging es weiter auf den Spuren des jungen Karl Marx, der hier in die Schule gegangen ist und seine Jungendjahre verbracht hat. Nach der Stadtführung blieb uns noch freie Zeit, die jeder so verbringen konnte, wie er wollte.

Die Abfahrt mit der Bahn erfolgte verspätet, so dass uns in Koblenz nur eine Minute zum Umsteigen blieb. Sehr sportlich haben wir es alle geschafft den Anschlusszug zu erreichen. Gegen 20:30 Uhr waren wir wieder in Wiesbaden. Alle waren der Meinung, es war ein sehr interessanter und aufschlussreicher Tag. Wir freuen uns auf die 5. Kulturfahrt der AG B&G.