DIE LINKE sieht ihre Aufgabe darin, alle zu unterstützen und mit allen zusammenzuarbeiten, die sich dafür engagieren, dass alle Menschen in dieser Stadt Zugang zu einem vielfältigen öffentlichen Angebot an sinnvollen Freizeit- und Sportmöglichkeiten haben. Grundlage der Sportförderung muss sein, allen Menschen eine gleichberechtigte Teilhabe am Sport zu ermöglichen. Dies beinhaltet auch eine besondere Förderung von Frauen sowie von Migrant_innen. Deshalb legen wir größten Wert darauf, dass Schulsport und Sport in gemeinnützigen Vereinen im Mittelpunkt stehen. Nicht nur für den wachsenden Teil der Wiesbadener Bevölkerung, der in Armut lebt, sondern für die Mehrheit in dieser Stadt darf der Zugang zu solchen Angeboten nicht am Geldbeutel scheitern. Unter anderem deshalb sind wir strikt gegen jede Form der Privatisierung von Schwimmbädern sowie anderen Freizeiteinrichtungen wie der Kunsteisbahn, der Rettbergsau, dem Luft- und Sonnenbad (Lufti) oder anderen städtischen Freizeitgeländen.
Nachdem das Thema „Integration armer Kinder und Jugendlicher“ lange tabuisiert wurde, ist mittlerweile unsere Auffassung mehrheitsfähig, dass es auch armen und weniger begüterten Kindern und Jugendlichen möglich sein muss, Vereinen beizutreten und sich notwendige Sportausrüstungen (wie z.B. Trainingsanzüge und Sportgeräte) zu beschaffen. Diese Aufgabe darf nicht auf die Vereine abgewälzt werden. Die Verantwortung für Armut liegt bei der gesamten Gesellschaft, deshalb müssen auch hier die politischen Mandatsträger_innen handeln und für diese Gemeinschaftsaufgabe stärker als bisher diejenigen herangezogen werden, die entsprechende Einkommen und Vermögen haben. Auch eine städtische Steuerpolitik hat dem Rechnung zu tragen.
Wir leisten Widerstand gegen den Vorrang von kommerziellen Sportveranstaltungen zur „Image-Pflege“ wie „Profi-Straßen-Radmeisterschaften“, „Ironman 70.3“ u.a. Es ist nicht einzusehen, dass die Bezuschussung des Preisgeldes für einen Sieger beim Pfingstturnier mit städtischen Mitteln von 80.000 auf 110.000 Euro – wie dieses Jahr geschehen – aufgestockt wird, während sich viele Breitensportvereine finanziell schwer tun. Von den jährlich mehreren Hunderttausend Euro an städtischen Geldern für ein „abendliches Highlight“ der Schickeria („Ball des Sports“) könnte man z.B. Kunstrasen- und Bolzplätze bauen, um die diesbezügliche „Warteliste“ abzuarbeiten – damit Hunderte von Kindern und Jugendlichen bessere Spiel- und Sportbedingungen haben.
Gemeinsam werden wir gegen Schließungsabsichten und -pläne hinsichtlich der Schwimmbäder aktiv sein, sollten diese in den kommenden Jahren wieder auf die Tagesordnung kommen. In diese Einrichtungen muss weiter investiert werden, damit sie auch in Zukunft ihre wichtige Funktion behalten. Wenn z.B. zunehmend beklagt wird, dass manche Kinder – selbst nach schulischem Schwimmunterricht – (noch) nicht schwimmen können, dann besteht hier auch seitens der Stadt Handlungsbedarf (niedrige Eintrittspreise, attraktive Angebote, mehr Fachpersonal, Unterstützung von Sport- bzw. Schwimmvereinen).
Strikt wendet sich DIE LINKE gegen die Tendenz, Schul- und Sportflächen zu veräußern, um die jeweiligen finanziell unzureichend ausgestatteten Dezernatsbudgets aufzustocken. Statt Steuergeschenke an die Reichen und teure Prestigebauten (z.B. bundesligataugliche Volleyballhalle an einem ungeeigneten Standort für 50 Millionen und mehr, Zuschuss an die private Geldelitehochschule EBS) müssen die öffentlichen Mittel in den Schul- und Breitensport fließen. Dieser ist sozial- und gesundheitspolitisch besonders wichtig und leistet auch einen Beitrag zur Integration von durch Ausgrenzung bedrohten Teilen der Bevölkerung.
Immer wieder werden gesundheitlich belastende Baumaterialien in Sporthallen und auf Sportflächen festgestellt, z.B. PCB in Hallen und Dioxine und Furane auf „Kieselrot“-Plätzen. Diese Stoffe werden oft nicht konsequent beseitigt, sondern ihre Gefahren bagatellisiert. DIE LINKE wird hier wie bisher Aufdeckungs- und Aufklärungsarbeit leisten und gemeinsam mit anderen die konsequente Beseitigung der gefährlichen Stoffe einfordern.
Der Sportstättenbau ist nach neuesten Baurichtlinien zu forcieren. Nicht mehr funktionsgerechte Altbauten sind den heutigen bautechnischen Entwicklungen sowie sportfunktionellen, ökologischen und betriebstechnischen Erfordernissen anzupassen. Die Wirtschaftlichkeit der Sportstätten ist durch Anwendung entsprechender Bauweisen und Einrichtungen zu verbessern.
Doping kann man nur verhindern, wenn Arzneimittelgesetze und Antidopingregeln konsequent angewandt werden. Nur so ist zu verhindern, dass die Pharmaindustrie mit Dopingmitteln Riesengewinne scheffelt und Sportlerinnen und Sportler unkontrollierbaren Gesundheitsrisiken ausgesetzt werden oder sich selbst über Regeln, Recht und Gesetz hinwegsetzen. DIE LINKE ist dafür, auf kommunaler Ebene Dopingprävention im Rahmen der Gesundheitsprävention – vor allem in Sportvereinen und Schulen – zu unterstützen bzw. durchzuführen.
Kinder benötigen aber nicht nur Sportangebote, sondern müssen sich auch draußen frei entfalten und bewegen können. Der Wiesbadener Stadtwald wird zur Zeit nur sehr begrenzt genutzt (Waldkindergarten, deutsche Waldjugend mit Forstamt). Der Wald muss aber wieder Kindern im großen Rahmen zur Verfügung stehen; der Wald gehört auch den Kindern! Wir unterstützen deshalb die Förderung von Waldprojekten für alle Wiesbadener Kinder, zum Beispiel durch die Einstellung von Erlebnispädagogen oder sichere Waldflächen für Kinder zum freien Bewegen.
Ø die soziale Integration im Sport
Ø die Einrichtung eines Sport-Sozialfonds
Ø die Förderung sportlicher Jugendarbeit
Ø die finanzielle Förderung des Breitensports statt der finanziellen Subventionierung des Profisports und von Sportevents
Ø keine Privatisierungen im Sport- und Freizeitbereich
Ø den Erhalt städtischer Sport- und Spielflächen
Ø die Beseitigung von gesundheitsgefährdenden Giftstoffen auf Sport- und Spielstätten
Ø die Modernisierung der Sportstätten nach den neuesten Baurichtlinien
Ø den konsequenten Kampf gegen Doping und für Dopingprävention