Kultur für jedes Alter und für jeden Geldbeutel!

DIE LINKE.Wiesbaden will die bisherige Vielfalt der künstlerischen und kulturellen Aktivitäten erhalten, um allen Menschen die Teilhabe zu ermöglichen. Sie darf nicht angeblichen Finanznöten geopfert werden.

Kultur für alle – für Menschen jeden Alters unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten!
Die öffentliche Förderung von kulturellen Einrichtungen und Initiativen ist dafür unbedingt notwendig. Privates Engagement ist sehr wohl erwünscht und notwendig, kann jene aber keinesfalls ersetzen.

Künstlerische Leistungen, kulturelle Bildung und Erinnerungskultur sind Grundlagen einer lebendigen Demokratie. Wiesbaden hat eine vielgestaltige Kulturszene mit einem breiten künstlerischen Angebot auf den Gebieten des Theaters, der Musik, der bildenden Kunst, des Tanzes und der Literatur. Dazu gehören Institutionen in öffentlicher Hand, aber auch öffentlich geförderte Initiativen.

Für die Unterstützung kleiner und örtlicher Initiativen

Während DIE LINKE eine Bezuschussung von Veranstaltungen ablehnt, hinter denen finanzstarke Sponsoren und Agenturen stehen, wie z. B. die Wiesbadener Pferdenacht im Biebricher Schlosspark, verschiedene „Events“ der Kurhaus GmbH, legt sie einen Schwerpunkt auf die Bezuschussung örtlicher Initiativen, von Stadtteil-Kulturtagen und all der Aktivitäten, die nicht auf eine entsprechende Lobby zurückgreifen können. Dazu gehört z. B. das Klärwerk Mainz-Kostheim, die Kulturmole Schierstein und die Künstlerinitiative im alten Zollspeicher in Wiesbaden-Biebrich.

Für die Förderung von Jugendkultur

Neben den bereits vorhandenen Jugendkultureinrichtungen macht sich DIE LINKE  stark für alternative Jugendzentren, weil in ihnen kulturell orientierte Sozialarbeit, verbunden mit hohem eigenen Engagement der Jugendlichen stattfinden kann. Auch leisten sie einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen faschistische und rassistische Bestrebungen: Überall, wo es solche Zentren gibt, fällt es Neofaschisten schwer Fuß zu fassen.

Für eine lebendige Erinnerungskultur

Ein Stadtmuseum dient der Auseinandersetzung mit der städtischen Geschichte in den verschiedenen historischen Epochen. Es soll dazu beitragen, das Wissen über die Entwicklung der Stadt, so wie sie sich uns heute darstellt, zu vermitteln und auf diese Weise auch zur Identitätsfindung beitragen. Dies ist gerade in einer Stadt wie Wiesbaden, die im 19. und 20. Jahrhundert große und in sozialer Hinsicht sehr unterschiedliche Zuwanderungen erlebt hat, von größter Bedeutung. Wichtig ist, dass das Stadtmuseum auf verschiedene Zielgruppen zugeht und sie in eine aktive Erinnerungsarbeit einbezieht. Dies bedeutet auch eine enge Vernetzung mit anderen Kultureinrichtungen und den politischen Gremien der Stadt. Projekte wie „Zeit zu bleiben“  (2009, Werkstatt für Bühne und Film e.V.) sind wertvolle und beeindruckende Beispiele für eine solche Erinnerungsarbeit. Es kommt bei der Konzeption des Stadtmuseums auch darauf an, den Blickwinkel auf die Geschichte „von unten“ und auf den Lebensalltag der „kleinen Leute“ zu richten. Die demokratischen Strömungen im 19. Jahrhundert in Wiesbaden, die Opfer des deutschen Faschismus und der Widerstand nach 1933 müssen angemessen berücksichtigt und die Täter benannt werden.

Mit den finanziell völlig überzogenen Planungen für den Neubau eines Stadtmuseums  haben die politisch Verantwortlichen die Realisierung des Projekts Stadtmuseum auf unbestimmte Zeit verschoben.

Die Heimatmuseen in verschiedenen Stadtteilen Wiesbadens leisten ihrerseits eine engagierte und oft ideenreiche Erinnerungsarbeit unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort. Diese sind weiterhin zu fördern.

Das Aktive Museum Spiegelgasse (AMS) hat bereits große Leistungen bei der Aufarbeitung der deutsch-jüdischen Geschichte in Wiesbaden erbracht. Beispielhaft ist dabei die breite Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen, Bürgerinnen und Bürgern in seine Forschungs- und Aufklärungsarbeit. Wir unterstützen das AMS und setzen uns für eine großzügige öffentliche Förderung seiner Aktivitäten ein.

Die engagierte Arbeit des Frauenmuseums findet ebenfalls unsere Unterstützung.

DIE LINKE Wiesbaden fordert:

Ø  die öffentliche Förderung von lokalen Kultureinrichtungen im musikalischen, filmischen und darstellenden Bereich

Ø  Kultureinrichtungen in allen Stadtteilen

Ø  die soziale Gestaltung von Eintrittspreisen zu kulturellen Veranstaltungen

Ø  eine lebendige Erinnerungsarbeit: die Verwirklichung eines Stadtmuseums, die großzügige Förderung des Aktiven Museums Spiegelgasse, des Frauenmuseums und der Heimatmuseen in den Stadtteilen