4. November 2011

Dioxinbelastung auf Sportplätzen - kein Handlungsbedarf?

Im Marsberger Kieselrot-Skandal von 1991 wurde bekannt, dass bundesweit zahlreiche Hart-Sportplätze mit Dioxin belastet waren. Diese wurden, auch in Wiesbaden, nach und nach saniert. Jedoch nur solche, deren Dioxin-Werte über dem Grenzwert von 1.000 ngTE/kg lagen. Das Umweltbundesamt empfiehlt dagegen zum Beispiel eine Totalsanierung von Spielplätzen bereits ab einer Konzentration von 100 ngTE/kg.

Wie der Ausschuss gestern auf Anfrage der Fraktion LINKE&PIRATEN zur Kenntnis nahm, gibt es auch unter den elf noch verbliebenen Rotgrandplätzen in städtischem Besitz solche, die mit diesem hoch gefährlichen Giftstoff belastet sind. Die letzte Messung fand in den 90er Jahren statt, aktuellere Werte liegen nicht vor. Die gemessenen Werte liegen jeweils unter den Grenzwerten. Diese sind jedoch nicht unumstritten: Sie variieren von Land zu Land beträchtlich, und aufgrund der hochgradigen Giftigkeit ("die giftigste vom Menschen hergestellte Verbindung") käme niemand auf die Idee, deren Wirkung ernsthaft an Menschen testen zu wollen.

Es ist deshalb sehr mutig vom Gesundheitsamt sich auf die bundesweit geltenden Grenzwerte zu verlassen und eine Unbedenklichkeitserklärung für die Benutzung belasteter Plätze abzugeben, wie sie im Ausschuss verlesen wurde. Wer gesundheitliche Gefährdungen wirklich ausschließen möchte, muss dafür sorgen, dass schnellstmöglich alle Rotgrandplätze, auf denen jemals Dioxine nachgewiesen werden konnten, in Kunstrasenplätze umgewandelt werden. Die Fraktion LINKE&PIRATEN wird sich dafür einsetzen.