"Ich erkläre mich solidarisch mit der gestern vom Verein Warmes Wiesbaden initiierten Demonstration gegen die Bambi-Verleihung an Bushido in den Wiesbadener Rhein-Main-Hallen. Es ist nicht zu glauben, dass der Burda-Verlag ausgerechnet einen Künstler in der Kategorie "Integration" auszeichnet, der sich in seinen Liedern extrem homophob und frauenverachtend äußert. Selbstverständlich gestehe ich einem Menschen zu, sich zu ändern und begangene Fehler einzugestehen. Wer sich jedoch vor nicht allzu langer Zeit noch in einem Welt-Interview dahingehend äußert, dass Frauen, "die sich nicht wie Frauen verhalten", geschlagen werden dürfen und auch darüber hinaus das Faustrecht propagiert, hat diesen Beweis noch lange nicht erbracht. Wenn die Jury dessen ungeachtet urteilt "Bushido setzt sich ein gegen Gewalt und für ein respektvolles Miteinander in einer multikulturellen Gesellschaft" ist dies ein Schlag ins Gesicht aller Gewaltopfer und Menschen, die durch das Raster der Heteronormativität fallen. Homophobie, Frauenfeindlichkeit und das Predigen von Gewalt sind keine Integrationsleistung!
Die politisch Verantwortlichen der Landeshauptstadt Wiesbaden müssen sich angesichts dieses Fauxpas fragen, ob es richtig ist zukünftig die Rhein-Main-Hallen noch einmal für eine solche Veranstaltung zu vermieten und darüber hinaus ein großes Brimborium zu veranstalten. Auch wenn die Stadt immer gerne vorne dabei ist imagefördernde Events zu unterstützen: Diese Auszeichnung ist es eindeutig nicht!"