„Es ist ein Skandal, dass neue Stellen in Wiesbaden vor allem in der Leiharbeit angeboten werden. Niedrige Löhne sind hier an der Tagesordnung“, erklären die Kreisvorsitzenden der LINKEN Manuela Schon und Jörg Jungmann. Das ergab eine Anfrage der LINKEN bei der Bundesregierung (Bundestagsdrucksache 17/4590). Danach liegt in Wiesbaden der Anteil der Leiharbeitsplätze an allen offenen Stellen im Januar 2011 bei 24,7 % Prozent. Damit einher geht das Wachstum von Niedriglöhnen. Denn während der mittlere Lohn (Medianentgelt) eines Vollzeitbeschäftigten in Wiesbaden auf alle Branchen betrachtet bei 3.226 Euro pro Monat liegt, sind es bei Leiharbeitsbeschäftigten lediglich 1.527 Euro.
In Anbetracht dieser Zahlen sagen Manuela Schon und Jörg Jungmann: Die ungleiche Behandlung von regulär Beschäftigten auf der einen und Leiharbeitskräften auf der anderen Seite muss sofort beendet werden. Die LINKE fordert, das Prinzip „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ ohne Wenn und Aber ab dem ersten Einsatztag per Gesetz festzuschreiben. Außerdem ist die Einsatzzeit für Leiharbeitnehmer auf längstens drei Monate zu beschränken. So wird die Leiharbeit strikt begrenzt und die Entstehung regulärer Arbeitsplätze gefördert. Der Druck auf die Bundesregierung muss erhöht werden, damit sie ihren Lobbyismus für die Arbeitgeber beendet. Die Beschäftigten dürfen nicht weiter im Regen stehen gelassen werden. Die LINKE unterstützt deshalb den Aktionstag der Gewerkschaften für sichere und faire Arbeit am 24. Februar. Es findet eine Flugblattaktion morgen früh ab 6 Uhr am Wiesbadener Hauptbahnhof statt.
Das Prinzip „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ nutzt nicht nur den Beschäftigten. Auch die Steuerzahler würden entlastet. In Hessen bekommen 12,9 Prozent der Leiharbeitsbeschäftigten Hartz IV-Leistungen, weil in der Regel ihr Lohn nicht zum Leben reicht. Hierfür wurden allein im Juni 2010 1.231.831 Euro in Hessen ausgegeben. Für Wiesbaden liegen der Bundesagentur für Arbeit im Übrigen keine Zahlen vor: Hier ergibt sich wie so oft das Problem, dass die Optionskommunen intransparent mit ihren Zahlen umgehen.
Manuela Schon und Jörg Jungmann, Kreisvorsitzende