11. Dezember 2008

Neofaschismus in der Mitte der Gesellschaft bekämpfen

DIE LINKE zur Nominierung von Kristina Köhler als Bundestagskandidatin der CDU:

Mit der erneuten Nominierung der selbst ernannten „Extremismusexpertin“ Kristina Köhler hat die CDU wiederholt ihr rechtskonservatives Profil bestätigt.

So pflegt Köhler zum Beispiel gute Kontakte zu dem Totalitarismustheoretikerkreis um Uwe Backes und Eckhardt Jesse, in deren Jahrbuch „Extremismus und Demokratie“ sie einen Beitrag veröffentlicht hat. Backes und Jesse vertreten die abstruse Theorie, die Juden seien am Antisemitismus selbst schuld, da sie sich „provozierend“ benähmen.[1] Oder: „Der Jude macht es selbst, dass die Nichtjuden ihm feind sind. Er braucht den Antisemitismus für sein Anliegen. Und dieses war immer: an deutsches Geld zu kommen. Da darf sich der Jude nicht beschweren, wenn der Antisemitismus mal etwas massiver ausfällt, als er es eingeplant hat.“[2]

Dem Unsinn die Krone setzen die beiden auf, wenn sie behaupten der Nationalsozialismus sei eine logische Reaktion auf den Kommunismus gewesen.[3]

Die Rechtslastigkeit von Kristina Köhler kann des Weiteren durch ihre Nähe zu der rechtskonservativen Zeitung Junge Freiheit belegt werden: 2007 hatte sie die von der JF gestartete Hetzkampagne gegen die Juso-Vorsitzende Franziska Drohsel aufgrund deren Mitgliedschaft in der Roten Hilfe aufgegriffen, was schließlich in Drohsels Austritt aus der Roten Hilfe mündete.

Die Partei DIE LINKE ist im Übrigen schockiert darüber, dass der CDU-Parteitag am vergangenen Wochenende Manfred Kanther mit stehenden Ovationen feierte. DIE LINKE erinnert: Dieser hatte in den 80er Jahren versteckte Schwarzgelder als „jüdische Vermächtnisse“ getarnt.

Für DIE LINKE.Wiesbaden sind diese ungeheuerlichen Vorgänge ein weiteres Beispiel dafür, dass der Kampf gegen Neofaschismus und Antisemitismus nicht nur am rechten Rand, sondern auch in der sog. politischen „Mitte“ geführt werden muss.

 

Manuela Schon und Jörg Jungmann, Kreisvorsitzende

 

 

[1] Aus: Eckhard Jesse: "Philosemitismus, Antisemitismus und Anti-Antisemistismus. Vergangenheitsbewältigung und Tabus"

[2] ebd.

[3] Die einäugigen Vergleicher. Ist der intellektuelle Bann des Kommunismus wirklich gebrochen? In: Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) 8.4.1998