DIE LINKE lehnt entschieden das geplante große Projekt der ESWE für eine 1,2 Megawatt Biogasanlage zur Erzeugung von Strom und Wärme ab. Unter dem Deckmäntelchen Ökologie wird damit der Umwelt ein Bärendienst erwiesen. Rohstoff für den Betrieb der Anlage soll größtenteils Mais aus dem Monokulturanbau sein. Mais benötigt viel Stickstoffdünger zum Wachsen. Durch die Düngung werden mehrere Prozent an Lachgas gebildet. Lachgas ist ein Treibhausgas, das etwa dreihundertmal so stark wirkt wie das klimaschädliche Kohlendioxid. Außerdem braucht Mais viele Pestizide für ein ungestörtes Wachstum und schädigt damit die Umwelt zusätzlich. DIE LINKE lehnt das Projekt aber noch aus einem weiteren Grund ab. Die ESWE plant nämlich, die Biogasanlage zwischen der Erbenheimer US Air Base und Delkenheim zu bauen. Damit könnte, so ESWE, auch die US-Armee mit Wärme versorgt werden. Dabei dürfte ESWE, so vermutet DIE LINKE, darauf abzielen, vom Umzug des US-Hauptquartiers von Heidelberg nach Wiesbaden zu profitieren. Damit bekommt das ganze Projekt einen weiteren, faden Beigeschmack. Statt Frieden mit der Natur zu schließen, auch noch wohlige Wärme für US-Militärs, die von Wiesbaden aus weltweite Kriegseinsätze planen und durchführen. DIE LINKE hat deshalb gute Gründe, das Projekt abzulehnen. ESWE sollte stattdessen besser verstärkt in Energiesparprojekte gewinnbringend investieren und damit in Wiesbaden ein klares Zeichen für Klimaschutz und sichere Energieversorgung setzen. DIE LINKE setzt sich außerdem dafür ein, dass ökologischer Landbau und regionale Vermarktung Vorfahrt bekommen. Sie fordert die Landesregierung deshalb auf, verstärkt Beratung und Umstellungshilfen zu fördern. Die sich entwickelnde Konkurrenz zwischen dem Anbau von Nahrungsmitteln und Biomasse für Energie und Biosprit fängt bereits an, eine verbrauchernahe Lebensmittelerzeugung zu bedrohen. Im Rhein-Main-Gebiet kann z. B. jetzt schon nicht mehr die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln aus der Region gedeckt werden.